Long Shot Slovakia 2017

Ende September wurde in Seneca/Slowakei der Billy Dixon Cup und das Quigley Match ausgetragen. Mit einigen Freunden habe ich beschlossen an diesem Event teilzunehmen. Voller Vorfreude habe ich die Anreise von über 1100 km angetreten. Die Ankunft war schon etwas ernüchternd. Das Gelände gehört der slowakischen Armee und ist in einem, sagen wir mal, etwas heruntergekommenen Zustand. Da wir mit Wohnwagen und Reisemobilen angereist sind, sollte uns eine Stromversorgung und Wasseranschluß zur Verfügung gestellt werden. Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. Es standen für alle Teilnehmer eine Toilette und 2 Duschkabinen zur Verfügung, allerdings ca. 500 m von unserem zugewiesenen Standplatz auf einem nicht so gemütlichen Parkplatz. Wer sich gerne auf Müll- oder Schrottplätzen aufhält ist es in Ordnung.

 

Bei Ankunft musste man sich für die Teilnahme am Training und den Wettkämpfen registrieren lassen. Dieses wurde auch von sichtlich überforderten Veranstaltern kompliziert und langatmig durchgeführt. Die Abrechnung war etwas verworren und wie ich jetzt weiß fehlerhaft. Bezahlt wurde Training, Wettkampf und Verpflegung. Bis jetzt war noch alles ertragbar. Die zur Verfügung stehenden Schießbahnen waren schon beeindruckend. Eine Bahn bis 4000 Meter und eine bis 3000 Meter. Wir bauten unsere Stände auf und wartenden auf den Beginn. Angesagt waren 14.00 Uhr, der 1. Schoß konnte allerdings erst um 15.15 Uhr abgegeben werden. Wie ich es kenne teilt man sich auf in Schützen und Spotter. Ein Wechsel erfolgt dann nach 30 – 45 Minuten. Ich stellte mich als Spotter zur Verfügung, musste aber nach kurzer Zeit feststellen, dass alle schießen und ich als einziger Schütze beobachtet habe. Ohne erfahrene Spotter ist allerdings kein geordnetes Training oder Wettkampf durchführbar. Wenn man nicht weiß wohin man schießt, kann man keine Einstellung der Visierung vornehmen. Wohl oder übel habe ich dann nach 30 Minuten meinen Platz eingenommen und an dem „Lotterietraining“ teilgenommen. Da wir den „Billy Dixon Cup“ über eine Distanz von 1406 m schießen, muss man auch auf der Strecke noch Spotterposten haben. Dieses war auch angekündigt, ist aber nicht vollzogen worden. Lediglich war ein Unterstand bei, wie man sagte??, 1100 Meter. Von dort kam aber nicht viel. Der Posten auf  ca. 800 Meter wurde nicht besetzt. Windfahnen zum lesen des Windes waren auch nicht vorhanden. Es war zum Glück absolut windstill. Es war schon sehr frustrierend. Die Glücklichen waren die einheimischen Schützen und die Teilnehmer aus dem vergangenen  Jahr, weil die hatten noch ihre Dioptereinstellungen. Nachdem ich einen Trefferansage ca. 20m neben dem Ziel hatte und die  Sichtverhältnisse, Sonne von rechts schräg, stellte ich das Training ein. Meine Stimmung konnte man als nicht optimal bezeichnen. Verwöhnt von dem super gut veranstalteten Quigley-Shoot-Off in Dänemark , an dem ich mich schon dreimal erfolgreich beteiligen durfte, und nun diese Amateurveranstaltung.

Der Abend brachte etwas Linderung. Im Kreise von lieben Menschen und in Verbindung von etwas Alkohol wird alles besser. Am Morgen ging es dann zum angebotenen und bezahlten Frühstück. Das war das I-Tüpfelchen auf dem bisher Erlebten. Serviert wurde 3 kleine warme Würstchen in Verbindung von trockenem Brot und Kaffee. Mein Hals wurde dicker und ich packte meine Sachen. Geplant waren sehr schöne Tage bei einem Schießen mit Freunden und es war eine Katastrophe. Nach 20 Stunden habe ich mich auf den Heimweg begeben.

Fazit:

Sehr gute Schießbahnen. Der Veranstalter hat die Möglichkeit diese für ein beeindruckendes Event zu nutzen

Miserable Organisation. Der Wettkampf wurde zum zweiten mal ausgeschrieben und man hat wohl nichts gelernt oder viel schlimmer nichts bemerkt.

Wer mit dem Gedanken spielt teilzunehmen, hat mit diesen Nachteilen zu leben. Er sollte aber ein Hotel in Seneca nehmen und die ca. 5 km zum Schießstand fahren. Ist das so erstrebenswert? Ich möchte so ein Erlebnis im Kreise meiner Freunde auch nach Schießende genießen. 

Für mich war es „2300 Kilometer for Nothing“.

 

Die Anfahrt zum Schießstand. Die Bahn ist 4000 m lang.

Wir sind bis zu unserem Platz 2500 m gefahren.

 

 

Es ist schon eine lange Distanz für Waffen mit Schwarzpulverpatronen.

So etwas findet man auch. Darum die Aufforderung immer auf den betonierten Flächen bleiben.

 

10/2017 Hans-Peter Stritzel